Strukturierte schalungsberührte Oberflächen

Auch der Schalfläche zugewandte Bauteilseiten können mit verschiedenen Methoden eine Strukturierung erhalten. Zu unterscheiden sind dabei physische Strukturierungsmethoden – wie beispielsweise das Betonieren auf Strukturmatrizen – und chemische Strukturierungsverfahren – wie die Bauteilherstellung auf speziellen Abbundverzögerern. Die beiden Methoden unterscheiden sich in Wirkungsweise und Strukturtiefe stark voneinander.

 

Oberflächen mit Matrizenstruktur

Durch das Einlegen von Strukturmatrizen in die Fertigteilschalung können gemusterte Oberflächen mit nahezu beliebiger Tiefe erzeugt werden. Weil die Bildung einer Zementleimschicht auf der Strukturmatrize nicht verhindert wird, bleibt die Oberfläche unter Anwendung dieses Verfahrens geschlossen und die Betonkörnung wird nicht sichtbar.

 

Waschbetonoberflächen

Im Gegensatz zur Sichtbeton-Oberflächengestaltung mit Matrizen wird bei der Herstellung von Waschbetonoberflächen die Gesteinskörnung des Betons gezielt freigelegt. Möglich wird dies durch das Auftragen eines Abbundverzögerers auf die Bauteilschalung. Gestalterische Möglichkeiten sind vorrangig durch Farb- und Geometrieauswahl des Körnungsmaterials gegeben. Die Auswaschtiefe erfolgt gemäß Bauherrnwunsch.

 

Graphic Concrete

Beim in Finnland entwickelten Herstellungsverfahren „Graphic Concrete“ wird die Bildung einer Zementleimschicht ähnlich wie bei gewaschenen Oberflächen, aber durch die Betonage auf Trägerfolien mit appliziertem Abbundverzögerer punktuell, linear oder flächig unterbunden. Aus dem Kontrast zwischen dem freigelegten Körnungsmaterial und der ungestörten Zementleimschicht ergeben sich Formen und Bilder nach architektonischem und künstlerischem Wunsch.